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Schub für den Mittelstand

Schub für den Mittelstand (Bild)
Der deutsche Mittelstand ist der Motor der Wirtschaft. Nach der scharfen Rezession im Jahr 2009 haben die Unternehmen 2010 wieder Fuß gefasst und meldeten bessere Geschäfte. Die Commerzbank hat ihre Firmenkunden loyal durch die Krise begleitet. Auch jetzt stärkt sie dem Mittelstand durch maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen weiter den Rücken.

Wieso ist eine auf Dauer verlässliche Bank eigentlich so wichtig für Mittelständler? Ein Blick in die Statistik gibt die Antwort: Drei von zehn kleinen und mittleren Unternehmen verfügen über eine Eigenkapitalquote von weniger als 10 Prozent, nur etwas mehr als ein Viertel bringt es auf mindestens 30 Prozent der Bilanzsumme und bewegt sich damit in ähnlichen Größenordnungen wie der durchschnittliche Dax-30-Konzern. Wenig Eigenkapital bedeutet: Das Unternehmen benötigt vergleichsweise viel fremdes Geld für Investitionen und den laufenden Betrieb. Große Unternehmen können in solchen Fällen den direkten Zugang zum Kapitalmarkt nutzen und legen beispielsweise eigene Anleihen auf. Der Mittelstand geht zur Bank: Die Kreditwirtschaft ist die bei weitem wichtigste Finanzierungsquelle für mittelständische Unternehmen.

Starkes Rückgrat der Wirtschaft

Als größter Kreditversorger des Mittelstands übernimmt die Commerzbank eine gesamtwirtschaftlich wertvolle Aufgabe, denn mittelständische Unternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Firmen mit weniger als 500 Beschäftigten und 50 Millionen Euro Jahresumsatz machen rund 99 Prozent aller Unternehmen aus. Sie geben etwa 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Arbeit und erwirtschaften knapp 40 Prozent aller Umsätze. Insgesamt hat die Commerzbank deutschen Firmenkunden Kreditlinien von insgesamt rund 150 Milliarden Euro eingeräumt, keine andere private Großbank stellt dem Mittelstand so viel Kapital zur Verfügung.

Aktuell herrscht bei den meisten deutschen Mittelständlern noch eine positive Grundstimmung: Mehr als die Hälfte der Unternehmen bezeichnet die eigene Lage mindestens als gut und verweist auf die stabile Exportnachfrage sowie die Konsumlust der Verbraucher zwischen Flensburg und Passau. Allerdings trüben sich die Aussichten für den Rest des Jahres 2011 bei den meisten Mittelständlern zurzeit etwas ein, denn sie erwarten neue Herausforderungen. Ein Beispiel sind die Energiekosten: Noch weiß niemand, wie sich die nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene Energiewende auf den Strompreis auswirkt.

Bonus für nachhaltiges Geschäftsmodell

Fakt ist auch, dass die Krise in vielen Bilanzen Spuren hinterlassen hat. Rückgänge bei Umsatz und Gewinn haben Kennzahlen verschlechtert und das Rating gedrückt. Würde die Commerzbank allein die vergangenheitsbezogenen Zahlenwerke auswerten, könnte sie einige Kredite nicht realisieren. Deshalb bewertet das Institut seit 2009 mit der „Analyse Zukunftsfähigkeit“ zusätzlich die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells eines Kreditsuchenden: Der Firmenkundenbetreuer berücksichtigt über das Rating hinaus die Markt- und Wettbewerbssituation der Branche und leitet daraus die mittel- und langfristigen Zukunftsaussichten des Unternehmens ab (siehe Kasten). Mit Hilfe eines Online-Tools wird so ein weiterer Baustein in der Kreditentscheidung berücksichtigt. Im Ergebnis erleichtert die „Analyse Zukunftsfähigkeit“ dem Mittelstand den Zugang zu Krediten, die Bank baut durch die intensive Beschäftigung mit einzelnen Branchen – das Online-Tool „kennt“ 15 verschiedene Wirtschaftszweige - und Unternehmen wertvolles Know-how auf.

Auf nachhaltige Partnerschaft setzt die Commerzbank auch beim sogenannten „Hausbankkredit“ für Bestandskunden. Bei festen mittelfristigen Laufzeitzusagen sichert sie Unternehmen Liquidität und schafft Planungssicherheit.

„Kennzahlen sind nur ein Teil der Wahrheit“

Jörg Konrad
Jörg Konrad Leiter Kreditportfolio
Strategie

Als wir 2010 die Bilanzen unserer Kunden für das vorausgegangene Jahr erhielten, sahen wir die Spuren der Krise überdeutlich. Doch die Zahlen spiegelten nicht mehr die ganze Wahrheit. Inzwischen hatte die Rezession für die meisten Branchen an Dramatik verloren, in vielen Unternehmen standen die Zeichen bereits wieder auf Wachstum. Das zeigt: In einem Umfeld, das sich so schnell ändert, führt die reine Bilanzanalyse unter Umständen zu falschen Kreditentscheidungen. Im Aufschwung würde ein rein an historischen Kennzahlen orientierter Banker zu oft Finanzierungen ablehnen, vor dem Abschwung möglicherweise zu viele Kredite bewilligen. Deshalb haben wir die „Analyse Zukunftsfähigkeit“ entwickelt. Anhand detaillierter Branchenanalysen betrachten wir unseren Kunden in seinem jeweiligen Marktumfeld. Wir schauen uns seine Wettbewerbsposition und sein Wachstumspotenzial an, analysieren die Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern und die Stabilität des Auftragsbuchs. Unsere Betrachtung geht bis zur Kostensituation: Wie teuer produziert das Unternehmen im Vergleich zu Wettbewerbern, welche Risiken ergeben sich aus Rohstoffpreisen und Wechselkursen? Diese Betrachtungsweise ermöglicht eine langfristige Bewertung des Kunden über den aktuellen Konjunkturzyklus hinaus. Und ganz nebenbei lernen wir dabei sehr viel über unseren Kunden und seine Branche – das stärkt die Partnerschaft nachhaltig.

Eigenkapital auf Zeit

Als führender Mittelstandsfinanzierer weiß die Commerzbank, dass ein Kredit nicht in allen Fällen die bestmögliche Lösung für den individuellen Bedarf des Kunden darstellt. Daher hat die Bank einen Weg gefunden, bei Bedarf auch haftendes Kapital bereitzustellen. Zusammen mit der KfW Bankengruppe hat sie 2010 den „AF Eigenkapitalfonds für den deutschen Mittelstand“ aufgelegt und mit knapp 200 Millionen Euro ausgestattet. Der Fonds kann noch weiter aufgestockt werden. Er geht primär Minderheitsbeteiligungen ein, die um Gesellschafterdarlehen ergänzt werden können. Zielgruppe sind nicht börsennotierte inländische Mittelständler mit einem Jahresumsatz von maximal einer halben Milliarde Euro und einem zusätzlichen Eigenkapitalbedarf zwischen 10 und 30 Millionen Euro. Commerzbank und KfW streben eine nachhaltige Partnerschaft an, nicht etwa vollständige unternehmerische Kontrolle und kurzfristige Renditemaximierung. Am Ende des Investments – spätestens nach acht Jahren – kann der Alteigentümer den Anteil des Eigenkapitalfonds zurückkaufen.

Während Eigenkapitalfonds und Hausbankkredit die dauerhafte Bindung an einzelne Kunden unterstreichen, rückt die Bank mit der Initiative „UnternehmerPerspektiven“ die langfristigen Herausforderungen des gesamten Mittelstands in den Fokus und sensibilisiert Wirtschaft, Wissenschaft und Politik für diese Herausforderungen. Sie diskutiert mit Unternehmern, Wirtschaftsexperten, Politikern und Journalisten, wie diese anstehenden Aufgaben bewältigt werden können.

„UnternehmerPerspektiven“: Aktuelle Themen und langfristige Trends

Was bewegt mittelständische Unternehmer in Deutschland, vor welchen Herausforderungen stehen sie? Die Aufgabe der Initiative UnternehmerPerspektiven lautet, diese Fragen aufzugreifen und gemeinsam mit dem Mittelstand in einem Netzwerk aus Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Politik zu diskutieren.

Um aktuelle Themen und langfristige Trends zu identifizieren, recherchiert die 2006 von der Mittelstandsbank ins Leben gerufene Initiative nicht fernab in Datenbanken oder theoretischen Erhebungen, sondern sucht den direkten Dialog mit dem Mittelstand. Jeder Themenkomplex, dem sich die UnternehmerPerspektiven widmen, wird im Rahmen einer Studie umfassend und mit wissenschaftlicher Präzision ausgeleuchtet. So ergibt sich ein aussagekräftiges Gesamtbild – und ein Anlass zur Diskussion.

Ein wichtiger Grundpfeiler sind die bundesweiten Dialogveranstaltungen, in denen jede Studie in all ihren Facetten beleuchtet wird. Die Gebietsfilialen der Commerzbank laden dazu einmal im Jahr Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur Talkrunde. Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Beispiele stärken den Bezug zur unternehmerischen Praxis. Ergänzt werden die großen Diskussionsveranstaltungen durch kleinere, lokale Veranstaltungsformate vor Ort. Hier steht der direkte persönliche Austausch im engeren Kreis zwischen Firmenchefs und Geschäftsführern im Vordergrund. In den moderierten und von einem Impulsvortrag eröffneten Workshops geht es vor allem um konkrete Erfahrungen sowie Lösungsansätze für die unternehmerische Praxis.

Nicht zuletzt erhalten die Kunden Gelegenheit, ihr Netzwerk über die eigene Branche und Region hinaus zu erweitern. Darüber hinaus haben Inhaber und Entscheider mittelständischer Unternehmen die Möglichkeit, auch auf einer Xing-Plattform die Themen der Initiative zu vertiefen und ihr Netzwerk in exklusiver Runde noch weiter und fester zu knüpfen.

Künftige Herausforderungen im Blick

Der im Mai 2011 präsentierten Studie „Frauen und Männer an der Spitze: So führt der deutsche Mittelstand“ liegt die Erfahrung zugrunde, dass mittelständische Unternehmen stark vom Eigentümer oder Geschäftsführer geprägt werden. Für die zehnte Studie im Rahmen der „UnternehmerPerspektiven“ hat die Bank unter anderem erkundet, wie die Chefs im Mittelstand ihre Führungsaufgabe verstehen, welchen beruflichen Werdegang sie hinter sich haben und wie hoch der Frauenanteil im Top-Management ist. Dabei wurde deutlich: Auf den drohenden Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung reagiert der Mittelstand besser als viele Großunternehmen. Der Anteil von Frauen in den Spitzenpositionen von mittelständischen Unternehmen übertrifft die Quote der Dax-Konzerne um ein Vielfaches (siehe hier). Gleichzeitig formuliert die Studie Hausaufgaben: Viele Chefinnen sind noch recht jung – das stellt Mittelständler vor die Herausforderung, sie dauerhaft zu halten und sie nach Kindererziehungszeiten zügig und ohne Reibungsverluste wieder ins Arbeitsleben zu integrieren. Schirmherrin der zehnten „UnternehmerPerspektiven“-Studie war Steffi Jones (siehe hier); bei der Präsentation der Ergebnisse berichtete die Ex-Nationalspielerin über ihre eigene Führungserfahrung als Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauenfußball-WM in Deutschland.

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